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Neue Öffentlichkeit im Web

15. September 2009 Annette Mey Keine Kommentare

Vortrag von Dr. Jan Schmidt, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung anlässlich des 10 jährigen Jubiläums der Globalpark AG

130 Freunde hat der durchschnittliche Facebook Nutzer laut einer Studie die von Dr. Jan Schmidt im Workshop zur „Neuen Öffentlichkeit im Web“ vorgestellt wurde. Wie im echten Leben wird zwar auch hier unterschieden in engere Freunde und Bekannte, es zeigt sich aber auch, dass das Social Web im Leben der 12- bis 24jährigen einen hohen Stellenwert hat.

Herr Dr. Schmidt, seines Zeichen Soziologe, stellte in dem Workshop einige Kernthesen seines in Kürze erscheinenden Buches „Das neue Netz“ vor. Hierbei nimmt er eine klassische, soziologische Perspektive ein und fragt nach dem sozialen Handeln der Akteure im Netz.

Die Netzwerker wollen gefunden werden. Ohne die sozialen Netzwerke ist man schnell außen vor. Das Motto lautet: „Alle meine Freunde sind bei Facebook aber nicht alle bei Facebook sind meine Freunde“.  Auch youtube und studi-vz sind fester Bestandteil im Alltag und bei der Kommunikation innerhalb der jüngeren Generation. Kontakte werden online gepflegt und die eigene Identität über Profile und Fotos geschärft. Das ist der Grund warum die User mit ihren wahren Identitäten in sozialen Netzwerken vertreten sind, statt mit ausgedachten Spitznamen wie man es aus Chat-Räumen und Foren kennt.

Bei seinen Untersuchungen konnte Dr. Jan Schmidt drei wesentliche Veränderungen des sozialen Handelns im „neuen Netz“ herausarbeiten. Das Identitäts-, das Beziehungs- und das Informationsmanagement haben sich, seinen Untersuchungen zufolge, durch das „neue Netz“ verändert. Aufgrund der Kürze der Zeit ging Herr Dr. Schmidt hauptsächlich auf den letzten Punkt ein: Die Veränderung des Informationsmanagements. Hier sieht er deutliche Auswirkungen, nicht nur bei den Rezipienten sondern gerade auch für die Informationsproduzenten- die Journalisten. Der Wettlauf um Zeit und Aufmerksamkeit spitzt sich immer mehr zu. Informationen werden in Windeseile über Twitter, Netzwerke oder Google verbreitet. Zur Informationsgewinnung greifen laut der Studie 66% der Befragten auf das Internet zurück, wenn sie sich zum Beispiel darüber informieren wollen, was in der Welt los ist.

An diesem Punkt des Vortrags schloss sich eine spannende Diskussion der TeilnehmerInnen zur „Zukunft des bezahlten Journalismus“ und der Problematik mit den vielen frei verfügbaren Online-Angeboten, sowie der massiven Beschleunigung der Distribution von Informationen (Twitter, RSS etc.), an.

Insgesamt war dieser Vortrag sehr lohnenswert, da er die Diskussion rund um das Social Web um wissenschaftliche Aspekte erweitert und daneben am Ende eine spannende Diskussion angestoßen hat.

Autoren: Annette Mey, Carolin Braulik

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Pulsbefragung als strategisches Steuerungsinstrument

10. September 2009 Annette Mey Keine Kommentare

Vortrag von Dr. Michael Jonas, Projektleiter für Mitarbeiterbefragungen bei der Deutschen Telekom AG anlässlich des 10 jährigen Jubiläums der Globalpark AG

Autoren: Annette Mey, Sven Scherrer

Einen überaus spannenden Einblick, wie Befragungen die Umsetzung strategischer Themen in Veränderungsprozessen begleiten können, gewährte Dr. Michael Jonas, Projektleiter für Mitarbeiterbefragungen bei der Deutschen Telekom AG. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Telekom AG und der Globalpark AG geht hierbei bald schon ins dritte Jahr. In dieser Zeit wurden bereits mehrere multinationale Puls- und Mitarbeiterbefragungen durchgeführt.

Im Rahmen seines kurzweiligen Vortrags gewährte Herr Jonas Einblicke hinter die Kulissen:  Die simultane Durchführung in über 30 Ländern und 21 Sprachen erfordern hochkomplexe Abstimmungsprozesse zwischen allen Beteiligten. Pro Befragungswelle werden über 200.000 Mitarbeiter erreicht. In seinem Erfahrungsbericht wurde deutlich, wie viel politisches Fingerspitzengefühl seitens der Projektleitung notwendig ist, um ein Projekt dieser Größenordnung erfolgreich zu lenken.

Die Globalpark AG trägt durch den Einsatz der hocheffizienten Software-Suite EFS Employee nicht unwesentlich dazu bei, die reibungslose technische Begleitung aller Prozesse zu ermöglichen. Dies beginnt bei der Erhebungsphase, über die Auslieferung mehrerer tausender Berichte an Führungskräfte und Mitarbeiter, bis hin zur konkreten Planung und Durchführung dezentraler Follow-Ups.

Der Praxisbericht von Herrn Jonas machte weiterhin deutlich, dass bei der Interpretation der Ergebnisse besondere Sorgfalt erforderlich ist: Kulturelle Besonderheiten der beteiligten Länder müssen ebenso berücksichtigt werden, wie der instrumentelle Wert der Berichte für die Beteiligten. Besonders die verschiedenen Mentalitäten zwischen den Ländern fließen in die Ergebnisse mit ein. Diese und andere Erfahrungswerte machen es erforderlich, dass die Ergebnisrückmeldung durch kompetentes Personal begleitet wird. Auch dies liegt in der Verantwortung von Herrn Jonas. Die Ergebnisse der Puls- und Mitarbeiterbefragungen müssen wiederum in die jeweils kommende Befragung einfließen. Denn: Um ein modernes Dienstleistungsunternehmen stetig zu verbessern, ist es notwendig die Mitarbeiter zu engagierten Beteiligten in organisationalen Veränderungsprozessen zu machen.

Durch regelmäßige Survey-Feedback-Prozesse in kurzen Abständen bleiben die Beteiligten am Ball. Das Hauptinteresse ist klar formuliert: Sind die Menschen noch emotional dabei? Wo soll es in den nächsten 5 Jahren hingehen?

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