Neue Öffentlichkeit im Web
Vortrag von Dr. Jan Schmidt, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung anlässlich des 10 jährigen Jubiläums der Globalpark AG
130 Freunde hat der durchschnittliche Facebook Nutzer laut einer Studie die von Dr. Jan Schmidt im Workshop zur „Neuen Öffentlichkeit im Web“ vorgestellt wurde. Wie im echten Leben wird zwar auch hier unterschieden in engere Freunde und Bekannte, es zeigt sich aber auch, dass das Social Web im Leben der 12- bis 24jährigen einen hohen Stellenwert hat.
Herr Dr. Schmidt, seines Zeichen Soziologe, stellte in dem Workshop einige Kernthesen seines in Kürze erscheinenden Buches „Das neue Netz“ vor. Hierbei nimmt er eine klassische, soziologische Perspektive ein und fragt nach dem sozialen Handeln der Akteure im Netz.
Die Netzwerker wollen gefunden werden. Ohne die sozialen Netzwerke ist man schnell außen vor. Das Motto lautet: „Alle meine Freunde sind bei Facebook aber nicht alle bei Facebook sind meine Freunde“. Auch youtube und studi-vz sind fester Bestandteil im Alltag und bei der Kommunikation innerhalb der jüngeren Generation. Kontakte werden online gepflegt und die eigene Identität über Profile und Fotos geschärft. Das ist der Grund warum die User mit ihren wahren Identitäten in sozialen Netzwerken vertreten sind, statt mit ausgedachten Spitznamen wie man es aus Chat-Räumen und Foren kennt.
Bei seinen Untersuchungen konnte Dr. Jan Schmidt drei wesentliche Veränderungen des sozialen Handelns im „neuen Netz“ herausarbeiten. Das Identitäts-, das Beziehungs- und das Informationsmanagement haben sich, seinen Untersuchungen zufolge, durch das „neue Netz“ verändert. Aufgrund der Kürze der Zeit ging Herr Dr. Schmidt hauptsächlich auf den letzten Punkt ein: Die Veränderung des Informationsmanagements. Hier sieht er deutliche Auswirkungen, nicht nur bei den Rezipienten sondern gerade auch für die Informationsproduzenten- die Journalisten. Der Wettlauf um Zeit und Aufmerksamkeit spitzt sich immer mehr zu. Informationen werden in Windeseile über Twitter, Netzwerke oder Google verbreitet. Zur Informationsgewinnung greifen laut der Studie 66% der Befragten auf das Internet zurück, wenn sie sich zum Beispiel darüber informieren wollen, was in der Welt los ist.
An diesem Punkt des Vortrags schloss sich eine spannende Diskussion der TeilnehmerInnen zur „Zukunft des bezahlten Journalismus“ und der Problematik mit den vielen frei verfügbaren Online-Angeboten, sowie der massiven Beschleunigung der Distribution von Informationen (Twitter, RSS etc.), an.
Insgesamt war dieser Vortrag sehr lohnenswert, da er die Diskussion rund um das Social Web um wissenschaftliche Aspekte erweitert und daneben am Ende eine spannende Diskussion angestoßen hat.
Autoren: Annette Mey, Carolin Braulik
Impressionen:









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